Lebensmittelmotten bekämpfen

Das Problem mit  den  kleinen,  unscheinbar  aussehenden Plagegeistern kennen viele: Die Falter fliegen in der Wohnung umher  und  Lebensmittel  werden  ungenießbar durch Lebensmittelmotten!
Woher kommen die Motten?
Die Mottenplage entsteht meist  durch Einschleppen von Eiern und  Larven  mit  befallenen  Sachen  oder  durch  allmähliche, ungestörte Entwicklung einzelner Tiere an schwer zugänglichen Stellen.  Die  Motten  können  gelegentlich  auch  durch  offene Fenster zufliegen. Die Lebensmittelmotten fliegen jedoch keine Lampen  an.  Bei  den  Motten,  die  an  Sommerabenden  durch geöffnete  Fenster  fliegen,  handelt  es  sich  um  harmlose Pflanzenfresser.
Wo entwickeln sich die Motten?
Die Lebensmittelmotten, wie z. B. die Dörrobstmotte oder die Mehlmotte,  entwickeln  sich  in  Mehl,  Getreide,  Nüssen, Gewürzen,  Trockenobst,  Nudeln,  aber  auch  in  Früchtetee,
Schokolade  und  Pralinen.  Verpackungen  aus  Papier  und Plastik stellen für die winzig kleinen Larven kein Hindernis dar. Die Larven der Dörrobstmotte können keine PolypropylenFolien
durchnagen, sie dringen durch Undichtigkeiten ein.
Wie entwickeln sich die Motten?
Die  Falter  legen  ihre  Eier  an  oder  in  der  Nähe  von Lebensmitteln  ab.  Die  winzigen  Raupen  schlüpfen  nach wenigen Tagen und beginnen sofort zu fressen. Der Befall läßt sich  an  Gespinsten  leicht  erkennen:  Mehl  oder  Müsli  wird versponnen und  klumpt zusammen. Anschließend wandern die Larven auf der Suche nach einem Ort umher,  an dem sie sich verpuppen  können.  Bei  Zimmertemperatur  beginnt  die Verpuppung nach 4-5 Wochen. Dann sind es noch etwa 9 Tage
und  die  nächste  Generation  Falter  schlüpft.  Diese  belegen wieder Lebensmittel mit Eiern, der Zyklus ist geschlossen. Dies geht immer so weiter von April bis Oktober – dann überwintern
die Raupen in Gespinsten an geschützten Orten.  Ein Mottenweibchen legt ca. 230 Eier !!!

                                       Die Lösung ist eine biologische Bekämpfung mit Schlupfwespen !!!

 

Was ist biologische Bekämpfung?

Biologische Bekämpfung kennen eigentlich alle: wenn Katzen zur Mäusejagd in den Keller  geschickt werden zum Beispiel. Katzen werden dann als Nützlinge bezeichnet. Der  Nützling,  der  in  diesem Fall  die  Motten  sucht,  ist  eine Erzwespe,  mit  wissenschaftlichen  Namen  Trichogramma evanescens. Diese  winzigen  Schlupfwespen  werden  auf  die Suche nach Motteneiern geschickt.

Die Schlupfwespe Trichogramma evanescens

Die Schlupfwespen sind nur 0,3-0,4 mm lang, also so groß wie dieser  Punkt . !  Sie  legen  ihre  Eier  in  die  Eier  der Schädlinge. So werden die Motteneier abgetötet. Denn aus dem Mottenei kommt nach 8-10 Tagen keine Mottenraupe, sondern eine  neue  Schlupfwespe.  Diese  Schlupfwespen  können ausschließlich in Motteneiern überleben,  d.  h.  wenn es  keine Motten mehr gibt,  gibt es dort  auch keine Wespen mehr.  Die

winzigen  Wespen  selber  fressen  nicht.  1000  Trichogramma wiegen etwa 0,002 g, Trichogramma evanescens ist in Europa einheimisch.  Die Lebenszeit beträgt bei  Zimmertemperatur etwa 6 Tage.

 

Die Anwendung   

Wie viele Karten benötige ich?

Pro Fach mit trockenen, pflanzlichen Produkten benötigt man eine  BIp-Karte  mit  Nützlingen  (sie  enthält  etwa  3000 Schlupfwespen).  Pro  Schrank  sollten  2  Karten,  für  hohe Schränke  oder  Regale,  sowie  Vorratskammern  sollten  4 Karten eingesetzt werden. Nicht vergessen werden dürfen die Schränke mit Gewürzen, Tees und evt. Tiernahrungsmitteln.

Beispiel:  Für  eine Küche mit  3 Fächern im Einbauschrank (mit  Vorräten gefüllt) sowie ein Regal mit  Gewürzen sind 4 Karten  nötig.  Damit  eine  Schlupfwespen-Ausbringung erfolgreich ist, müssen über 9 Wochen Trichogramma-Karten ausgelegt werden, d.h. an einem Ausbringungspunkt müssen im 

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