Mottenbekämpfung im Haushalt

 Was ist biologische Bekämpfung?

Biologische bekämpfung kennen eigentlich alle: wenn Katzen zur Mäusejagd in den Keller geschickt werden zum Beispiel. Katzen werden dann als Nützlinge bezeichnet. Der Nützling, der in diesem Fall die Insekten sucht, ist eine Wespe. Diese winzigen Schlupfwespen werden auf die Suche nach Vorratsschädlingen geschickt.



Die Schlupfwespe Trichogramma evanescens

Trichogramma
Die Schlupfwespen sind 0,3-0,4 mm lang, also so groß wie
dieser Punkt   .
Diese Schlupfwespen legen ihre Eier in die Eier der Schädlinge. So werden die Motteneier abgetötet, denn aus dem Mottenei kommt nach 8-10 Tagen eine neue, kleine Schlupfwespe. Diese Schlupfwespen können ausschließlich durch Motteneier überleben, d. h. wenn es keine Motten mehr gibt, gibt es auch keine Wespen mehr. Die Wespen selber fressen nicht.  Trichogramma evanescens ist in Europa einheimisch. Die
Lebenszeit dieser Tiere beträgt bei Zimmertemperatur ca. 6 Tage.
1000 Trichogramma (luftgetrocknet) wiegen etwa 0,002 g.


Wie viele Karten benötige ich?

Pro Fach mit trockenen, pflanzlichen Produkten benötigt man eine BIp-Karte mit Nützlingen (sie enthält etwa 3000 Schlupfwespen). Pro Schrank sollten 2 Karten, für hohe Schränke oder Regale, sowie Vorratskammern im Haushalt sollten 4 Karten eingesetzt werden. Nicht vergessen werden dürfen die Schränke mit Gewürzen, Tees und evt. Tiernahrungsmitteln. Beispiel: Für eine Küche mit 3 Fächern im Einbauschrank (mit Vorräten gefüllt) sowie ein Regal mit Gewürzen sind 4 Karten nötig. Damit eine Schlupfwespen-Ausbringung erfolgreich ist, müssen über 9 Wochen Trichogramma-Karten ausgelegt werden, d.h. an einem Ausbringungspunkt müssen im Abstand von 3 Wochen insgesamt 3 mal Karten ausgebracht werden. Für unsere Beispielküche also 4 x 3 = 12 Karten.


Wie anwenden?

Damit eine Schlupfwespen Ausbringung erfolgreich ist, müssen über 9 Wochen Trichogramma-Karten ausgelegt werden, d. h. an einem Ausbringungspunkt müssen im Abstand von 3 Wochen insgesamt 3 mal Trichogramma-Karten ausgebracht werden. Die Schlupfwespen müssen nach dem Kauf sofort an die „Stätte ihres Wirkens“ kommen, d.h. in den Vorratsschrank oder auf das Regal, in dem sich Getreideprodukte, Gewürze etc. befinden. Sie können höchstens für 24 Stunden im Kühlschrank zwischengelagert werden. Das bedeutet sie können nicht „auf Vorrat“ gekauft, sondern müssen immer frisch geliefert werden.

ACHTUNG:
Die Kärtchen brauchen nicht geöffnet zu werden!



Die Mehlmottenschlupfwespe Habrobracon hebetor
Habrobracon

Die Mehlmottenschlupfwespe tötet die Larven aller vorratsschädlichen Zünslermotten ab, außerdem die der Wachsmotte. Diese Schlupfwespen erkennen die Mottenlarven an ihren Gespinsten. Sie folgen ihnen in kleinste Ritzen und Spalten. Auch überwinternde Larven werden parasitiert. Die Eiablage beginnt bei 16°C und endet bei 44 °C. Auch diese Wespen fressen selber nicht. Besonders wirksam ist diese Art in geschütteten Gütern, wenn bereits befallene Ware eingelagert wird, und zur Bekämpfung eines bereits etablierten Befalls. Habrobracon hebetor ist in Europa einheimisch. 100 Mehlmottenschlupfwespen wiegen etwa 0,015 g. Die Lebenszeit beträgt bei Zimmertemperatur ca. 14 Tage.

Beide Schlupfwespen befinden sich auf praktischen Pappkarten, aus denen sie vor Ort schlüpfen. Die Pappkärtchen brauchen nicht geöffnet zu werden!!!


Die Schlupfwespe Lariophagus distinguendus

Lariophagusimago  Die Lagererzwespe Lariophagus distinguendus findet versteckt in  Vorräten lebende Käferlarven außergewöhnlich gut dank ihres  Geruchsinnes. Die im Innern von Vorräten befindlichen Käferlarven  werden abgetötet. Daher bietet der Einsatz insbesondere dort Vorteile,  wo die Reinigung schwierig und Kontaktinsektizide daher ungenügend  wirksam sind.
 Lariophagus distinguendus ist eine Schlupfwespe aus der Familie der  Erzwespen. Die Körperlänge der Weibchen beträgt etwa 3 mm, die der  Männchen bis zu 2 mm.

Die Weibchen parasitieren im Verborgenen  lebende Larven und Puppen von mindestens 11 Käferarten aus 5 verschiedenen Familien, darunter: Tabakkäfer, Brotkäfer, Kornkäfer, Maiskäfer und Reiskäfer, Kugelkäfer und Getreidemotte. Die Larve des Käfers wird paralysiert, wobei die Schlupfwespe ihren Legebohrer in das Substrat einbohrt. Anschließend legt sie ein Ei neben die Käferlarve.
In der Regel wird an jeden parasitierten Wirt ein Ei abgelegt. Nach ein bis zwei Tagen schlüpft die Larve der Schlupfwespe und frißt die Käferlarve auf. Nach dem Schlupf nagt sich die junge Wespe aus dem Substrat und gelangt ins Freie.

Bei 26°C beträgt die Lebensdauer der Weibchen 12 Tage.  Die erwachsenen Tiere werden aus Petrischalen freigelassen. Die Freilassungs­abstände richten sich vor allem nach den Temperaturen im Objekt. Für 100m2 Leerraum benötigt man 30 Weibchen.



Getreideplattkäfer-Ameisenwespchen Cephalonomia tarsalis

Getreideplattkäfer-Ameisenwespchen Cephalonomia tarsalis Die Larven des Getreideplattkäfers Oryzaephilus surinamensis leben in geschüttetem Getreide außerhalb der Körner. Der Getreide-plattkäfer ist neben dem Kornkäfer der wirtschaftlich wichtigste vorratsschädliche Käfer an Lagergetreide in Mitteleuropa, er kommt aber auch regelmäßig in ver-arbeitenden Betrieben vor, z. B. an Haferflocken.

Das einheimische Ameisenwespchen Cephalonomia tarsalis (Abbildung ) jagt und parasitiert die Larven des Getreideplattkäfers.


Die Käferlarven werden gelähmt, und außen an die gelähmten Larven werden Eier abgelegt. Ein Weibchen legt im Mittel etwa 100 Eier. Bei 21°C benötigt dieses Ameisenwespchen 26 Tage vom Ei bis zum Vollkerf. Für die Entwicklung werden Temperaturen oberhalb 15°C benötigt. Die Ameisenwespchen sind vergleichsweise langlebig, bei 21°C leben die Weibchen bis zu 85 Tage lang.

Für die Leeraumbehandlung wird die Dosierung von 40 Wespen pro 100 m2 Leeraum empfohlen.

Anwendung:
Es empfiehlt sich mit 4wöchigem Abstand mehrere Freilassungen durchzuführen, und zwar 4 Wochen nach der Einlagerung solange die Temperaturen geeignet sind, sowie im Frühjahr wenn die Temperaturen 18°C erreichen.

Bitte stellen Sie die Ausbringungseinheit in den Raum, die Einheit muss geöffnet werden, die Wespen laufen dann selbstständig heraus.